01.03.2021, 19:30

KKL Luzern | Konzertsaal

Konzert Reihe Luzern #KKL | 4. Saisonkonzert

«DRAMA UND HOCHZEIT»

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Daniel Dodds - Leitung & Violine
Festival Strings Lucerne

Wolfgang Amadé Mozart
Marsch D-Dur KV 249
Serenade D-Dur KV 250 (248b) «Haffner»

  • I. Allegro maestoso - Allegro molto
  • II. Andante
  • III. Menuetto
  • IV. Rondeau: Allegro
  • V. Menuetto galante
  • VI. Andante
  • VII. Menuetto
  • VIII. Adagio - Allegro assai
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Festival Strings Lucerne im KKL Luzern

1776 hatte Wolfgang Amadeus Mozart den Auftrag erhalten, zum Polterabend vor der Hochzeit des Salzburger Brautpaars Franz Xaver Späth (1750–1808) und Maria Elisabeth Haffner (1753–1781), der Tochter des vormaligen Salzburger Bürgermeisters Sigmund Haffner, eine Serenade zu komponieren. Die «Haffner-Serenade» (KV 250/KV 248b) wurde mit acht Sätzen, einer Aufführungsdauer von etwa 50 Minuten und einem beigefügten Marsch (KV 249) Mozarts umfangreichste Serenade. 

Sigmund Haffner der Ältere, der Vater der Braut, stammte aus Jenbach in Tirol, hatte 1733 in Salzburg das Bürgerrecht erworben und brachte es als Grosskaufmann zu einem beachtlichen Vermögen. Von 1768 bis zu seinem Tod 1772 war er Salzburgs Bürgermeister. Den Auftrag zur Komposition der Serenade erhielt Mozart 1776 von Sigmund dem Jüngeren (1756–1787), einem Bruder der Braut, der – gleichalt wie Wolfgang Amadeus Mozart – sein ererbtes Vermögen, als Privatier lebend, vielfach mäzenatisch oder karitativ einsetzte und für seine Verdienste wie auch die seines Vaters 1782 in den Reichsadelsstand erhoben wurde. Anlässlich der Erhebung in den Adelstand entstand eine in ihrer viersätzigen Form als «Haffner»-Sinfonie KV 385 bekannt gewordene sechssätzige Serenade, ebenfalls in D-Dur. Die für den am 21. Juli 1776 angesetzten Polterabend der Hochzeit seiner Schwester mit dem Kaufmann Franz Xaver Späth beauftragte «Haffner»-Serenade (KV250/KV248b) komponierte Mozart in den Wochen vor dem Anlass, im Laufe des Juli 1776; der als Eingangs- und wohl auch als Auszugsmusik verwendete Marsch KV 249 trägt auf dem Manuskript das Datum 20. Juli 1776. Die Aufführung fand im Gartenhaus der Haffners in Salzburg statt. Mozart nutzte später die Musik wiederholt nicht nur in seiner Salzburger Zeit, sondern in späteren Jahren auch in Wien und betrachtete sie offensichtlich als ein Werk von einiger Bedeutung.

Der Eingangsmarsch KV 249 steht einem Eröffnungssatz mit einer zunächst feierlichen langsamen Einleitung voran, welche in ein rasantes Allegro in Sonatenform mündet, dessen erstes Thema von Oboen, Fagotten und Streichern vorgetragen wird, wobei letztere auch mit dem zweiten Thema betraut werden. Dieser D-Dur-Satz mit grosssinfonischen Proportionen mündet in ein G-Dur-Andante, in dem die Oboen durch Flöten ersetzt werden und eine Solovioline in den Vordergrund rückt. Das erste der drei Menuette in g-Moll wird durch ein G-Dur-Trio ergänzt, das nur mit Solovioline, Flöten, Fagotten und Hörnern besetzt ist, und die Solovioline spielt auch im anschliessenden Rondeau die Hauptrolle, so dass die drei Sätze mit Solovioline wie ein kleines Violinkonzert innerhalb der Serenade erscheinen. Oboen und Trompeten kehren für das Menuetto galante in D-Dur zurück, dessen sanftes Trio in d-Moll nur für Streicher und ein Solofagott gesetzt ist, während im folgenden Andante in A-Dur wieder mehr Bläser mitwirken, aber auf die Trompeten verzichtet wird. Das letzte der drei Menuette ist mit Flöten, Hörnern, Trompeten und Streichern besetzt, der Hauptteil in D-Dur wird durch ein erstes G-Dur-Trio mit Soloflöte, Solofagott und Streichern und durch ein zweites Trio in D-Dur mit Flöten, Fagotten, Hörnern, Trompeten und Streichern kontrastiert. Im Finalsatz werden die beiden Flöten im einleitenden Adagio durch das Oboenpaar ersetzt, so dass Mozart hier – wie in der ganzen Serenade zu erkennen – die Orchesterfarben wieder und wieder grösstmöglich variiert. Im Anschluss an das Adagio folgt in Tutti-Besetzung ein perlendes Allegro assai, welches die Serenade beschliesst. Mit einer Wiederholung des Marsches KV 249 beendeten die Musiker vermutlich am 21. Juli 1776 im Gartenhaus der Haffners die Aufführung, in dem sie sich unter den Klängen des Marsches langsam zurückzogen.

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